Grafikkarten Kaufberatung – Worauf sollte man achten?

Wie bereits in dem Einleitungstext angesprochen, stehen Sie bei dem Kauf eines Grafikchips vor einer schwierigen Frage. Welchen Grafikspeicher muss der Chip haben, welchen Prozessor, welche Schnittstellen und ist der Preis angemessen? Um diese Fragen klären zu können, erst einmal zu den einzelnen Begriffen. Der Grafikspeicher bestimmt die maximale Auflösung des Grafikchips und die Farbtiefe. Früher hatten Grafikchips einen Grafikspeicher von 4 oder 8 MB. Heute übersteigt die Größe des Grafikspeichers diesen Wert jedoch um ein Vielfaches. Eine moderne Videokarte der Mittelklasse bietet ca. 512 – 1024 MB Grafikspeicher; Business-Lösungen sogar einen Grafikspeicher von 3072 MB. Das ist das 384-fache des Grafikspeichers, der noch vor 15 Jahren als hoch gegolten hat.

Auch der Grafikprozessor spielt eine wichtige Rolle für die Leistung und die Geschwindigkeit des Chips. Er nimmt die Aufgabe der eigentlichen Berechnung der Bildschirmausgabe wahr. Analog zu dem Hauptprozessor auf dem Computer arbeitet er nach dem „Eingabe – Verarbeitung – Ausgabe Prinzip“. Die digitalen Signale des Hauptprozessors werden verrechnet (Verarbeitung) zu einem Signal, welches auf dem Bildschirm ausgegeben werden kann.

Des Weiteren spielen die Schnittstellen eine wichtige Rolle für die Funktionalität des Grafikchips. Die PCI-Schnittstelle ist wohl die am meisten verbreitete Schnittstelle. Sie ist wie ein Universaladapter zur Verbindung des Prozessors mit Peripheriegeräten, also Bauteilen, die nicht direkt zu dem eigentlichen Prozessorkern gehören. Hierzu zählen Soundarten ebenso wie Netzwerk- und Grafikchips. Auf gleicher Stufe mit der PCI-Schnittstelle steht der AGP-Port. Dieser Port verwendet den Arbeitsspeicher des Hauptcomputers, wenn der Grafikspeicher auf dem Chip nicht mehr ausreicht, und hat daher den Vorteil, dass Grafikchips einen nicht noch höheren Grafikspeicher benötigen, sondern auf den Haupt-Arbeitsspeicher verweisen können. Ob Sie in ihrem PC einen Grafikchip mit PCI- oder AGP-Schnittstelle einbauen müssen, hängt davon ab, ob der PC über eine PCI- bzw. AGP-Schnittstelle verfügt.

Eine modernisierte Form dieser Schnittstellen ist die Peripheral-Component-Interconnet-Express-Schnittstelle, oder kurz PCI-Express oder PCIe. Sie bietet die Möglichkeit einer höheren Datenübertragungsrate pro Pin.

Es gibt also sehr viele Dinge, auf die man beim Kauf einer PCIe-Karte achten sollte. Sollten Sie sich unsicher sein, so können Sie bei einem Defekt ihrer PCIe-Karte, diese mit in das Geschäft nehmen. Dort wird man Ihnen dann sicher sagen können, welchen Chip Sie benötigen. Wichtig ist jedoch auch auf den Preis zu achten, denn eine teure Videokarte ist nicht unbedingt gut und eine günstige nicht unbedingt schlecht. Es gibt aber Angebote von besonders billigen Grafikchips, die einen Grafikspeicher nennen, den die Grafikkarte gar nicht hat. Die Computerzeitschrift „Computerbild“ hat Grafikchips getestet und festgestellt, dass diese häufig die Aufschrift Turbocache auf der Verpackung stehen haben. Dieser Begriff meint, dass die Steckkarten neben ihrem eigenen Speicher auch noch den Arbeitsspeicher verwenden. Wenn die Grafikkarte dies in dem oben angesprochenen kleinem Maßstab tut, dann ist das nicht schlimm, jedoch gibt es Billig-Karten, die den Arbeitsspeicher zu einem großen Teil benutzen und so den PC sehr langsam machen.