Grafikkarten – Ein historischer Rückblick

Bevor wir jedoch dazu kommen zu klären, welchen Grafikkartentyp Sie benötigen, ein paar Worte zu dem Erfinder des Grafikchips, der einen wesentlichen Beitrag in der Entwicklung des Personal Computers geleistet hat.

Die erste Videokarte wurde in der Serienproduktion erstmals bei dem Mikrocomputer Apple II verwendet. Dieser Computer war einer der ersten Mikrocomputer, der noch 8 freie Steckplätze bot und dessen Grafikfähigkeiten so noch deutlich verbessert werden konnten. Da der Apple II ein offenes System war, das heißt, dass wesentliche Konstruktionsdetails offen gelegt wurden, kopierte IBM das System und brachte 1981 den IBM-PC auf den Markt, der allerdings nur eine einfarbige Darstellung unterstützte.

Ein Jahr später veröffentlichte das Unternehmen Hercules eine deutlich bessere Steckkarte, die Hercule Graphics Card. In den darauf folgenden Jahren wurde die Graphics Card immer weiter entwickelt, sodass im Jahr 1987 schließlich die erste VGA-Karte erschien. Mit einer Bildschirmauflösung von 640 x 480 Punkten in 16 verschiedenen Farben stellt dieser VGA-Grafikchip immer noch den Notfallmodus für die modernen Personal Computer dar. Doch die immer beliebtere und mittlerweile Standard gewordene Videokarte wurde immer weiter entwickelt.

Neben der VESA-Grafikkarte (Video Electronics Standards Association), des ersten Grafikchips, der für das Abspielen von Videos geeignet war und eine Auflösung von 1280 x 1024 Bildpunkten bot, wurden ab 1991 weitere Grafikkartentypen erfunden. Die Gemeinsamkeit bei diesen Grafikkartentypen ab 1991 war dann, dass sich die Chips selbst zu kleinen Computern entwickelten. Jeder von ihnen hatte einen eigenen GPU (Graphics Processing Unit). Der Fortschritt war, dass man nun nicht nur einzelne Pixel auf eine Farbe setzen konnte, sondern auch Flächen füllen konnte, was den Rechenaufwand erheblich verminderte.

Nachdem in den Jahren 1992 und 1993 sogenannte Windows-Beschleuniger entwickelt wurden, die speziell das Verschieben von Fenstern ermöglicht haben, kam um die Jahre 1995 und 1996 ein 3D-Boom auf. Die Nachfrage nach Computerspielen mit 3D-Funktion hatte deutlich zugenommen, da man das Leistungspotenzial des Computers erkannt hatte und nun die Möglichkeit bestand die virtuellen Welten immer realistischer zu gestalten. 3D-Beschleuniger und die Multi-GPU-Technik wurden entwickelt. Diese Multi-Graphics-Processing-Unit-Technik bot die Möglichkeit die Leistung eines Grafikelements zu verdoppeln, indem zwei Grafikkartenprozessoren parallel geschaltet wurden. Heute gibt es Grafikchips in den unterschiedlichsten Ausführungen und in einem Preisrahmen zwischen 25 und 1000 Euro.